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Social Media

Messenger Marketing

 Juni 19, 2020

By  Stephan Ilg

Messenger Marketing

Kommunikation hat sich in den letzten zehn Jahren stark verändert. Mit der Ära von Facebook und Social Media hat sich die Diskussion ins Netz verlagert. So planen Unternehmen heute Kampagnen, die einen reinen Fokus auf das Internet haben und geben dafür sogar Millionenbeträge aus.

Jedoch gibt es immer noch Nischen, die für große und kleine Unternehmen zugleich attraktiv sind. Eine davon nennt sich Messenger Marketing. Was das genau für ein Unternehmen heißt und wie ihr Messenger Marketing für euer Business nutzen könnt, werden wir in diesem Artikel näher erläutern.

1. Was ist Messenger Marketing

SMS und Textnachrichten gehören längst der Vergangenheit an. Mehr Menschen nutzen Messenger-Apps als Apps für Social Media. Marketing kann Angebote für Zielgruppen ermöglichen, die man sonst nicht oder nur schwer erreichen konnte. Unter Messenger Marketing versteht man demnach die Verwendung von Werbung und Chatbots in Messenger Apps, um das Wachstum, den Einfluss oder das Einkommen eines Unternehmens zu vergrößern. 

Zu den am häufigsten genutzten Messenger Apps zählen Facebook Messenger, WeChat, Telegram, Viber und WhatsApp. Jede der Applikationen hat eine andere Zielgruppe. So sprechen Facebook Messenger und WhatsApp vor allem Benutzer/innen in westlichen Ländern an, während WeChat in China verwendet wird, da dort der Zugang zu Facebook gesperrt ist. Ähnlich ist es bei Telegram, das mittlerweile auch in mehreren Ländern gesperrt wird. Viber ist auf der ganzen Welt beliebt, ist aber mit Abstand am öftesten bei Jugendlichen in Verwendung. 


2. Die Vorteile von Messenger Marketing

Wer kennt das nicht: Hunderte E-Mails sammeln sich im Spamordner und man hat keine einzige davon gelesen. Einige der E-Mails hat man bekommen, weil man sich bei einer Webseite dafür angemeldet hat, andere sind einfach so zugeschickt worden. Sie sind unpersönlich und meist voller Rechtschreibfehler, dass alle Alarmglocken läuten. So oft hat man uns vor den Viren und Trojanern in E-Mails gewarnt, dass wir den Spam nicht mehr ernst nehmen wollen.

Dagegen bieten Messenger-Dienste einen klaren Vorteil: Der gewohnte Spam von E-Mails existiert in der App nicht. Stattdessen haben User Zugang zu ihren Freundschaftslisten und Gruppen, in denen stets die persönliche Note zum Vorschein kommt. Inzwischen hat die Mehrheit der User Vertrauen zu der Messenger App aufgebaut und löscht Nachrichten nicht, auch wenn sie eindeutig nicht von einem Menschen geschickt wurden. 

Die persönliche Nähe zu Unternehmen, egal ob suggeriert oder real, ist das, was das Messenger Marketing so erfolgreich macht. 63% der Benutzer/innen reagieren positiv, wenn sie mit Unternehmen über Messenger direkt in Kontakt stehen und Fragen stellen können. Wenn diese dann noch zusätzlich zufriedenstellend beantwortet werden, hat man neue Kundschaft für das Unternehmen gewonnen. So lässt sich Misstrauen schnell in Vertrauen umwandeln. 

Unternehmen können bei Messenger Marketing zudem kreativ sein, zum Beispiel via Videos, Fotos oder Kurznachrichten. Je vielfältiger die Postings sind, desto besser. Das spricht verschiedene Zielgruppen an und kann Unternehmen umso attraktiver machen. User sind generell mehr an der Kommunikation mit Unternehmen interessiert, wenn diese sich als Teil der Community sehen. Wer will schon gerne mit unfreundlichen oder hochnäsigen Anbietern Tag für Tag zu tun haben? 

Der wichtigste Vorteil von Messenger Marketing ist allerdings die zeitliche Komponente. Kaum jemand kann heute noch einen Tag ohne das Mobiltelefon verbringen und die Zeit, die wir täglich für Apps nutzen, nimmt stetig zu. Messenger Marketing erlaubt es, User überall zu erreichen – auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zu Hause oder beim Shoppen. 

Im Gegensatz zu E-Mails sind die Kurznachrichten schnell abgerufen und gelesen, was deutlich Zeit spart. Unsere kurze Aufmerksamkeitsspanne lässt oft gar nicht mehr Interaktion zu, wenn wir gerade mit anderen Aktivitäten, wie zum Beispiel pendeln, beschäftigt sind. 

Expertentipp: 

Menschen verbringen im Durchschnitt 144 Minuten in den Apps. Die Unmittelbarkeit der Messenger ist das, was sie so süchtig macht. Haltet eure Nachrichten deswegen kompakt und informativ. Langeweile darf keine dabei sein.

 

3. Wie funktioniert Messenger Marketing

 Messenger Marketing kann man auf verschiedene Weisen verwenden. Die drei häufigsten Varianten sind allerdings Content Delivery, Leadgenerierung und Kundendienst. 

Content Delivery beschreibt die Möglichkeit, Usern Inhalte via Facebook Messenger zu schicken. Benutzer/innen müssen bei dieser Methode keine langen Formulare ausfüllen, die es ihnen normalerweise ermöglichen, Beiträge per E-Mail zu erhalten. Stattdessen können sie einfach auf einen Button drücken, der die Inhalte sofort per Messenger teilt. Die Funktion steht auch bei Chatbots zur Verfügung und automatisiert den Prozess der Neuwerbung. 

Im Grunde werden damit zwei Schritte erleichtert. Zum einen können sich Unternehmen via Content Delivery vergewissern, dass stetig neue Inhalte mit den Konten der Benutzer/innen geteilt werden. Dadurch bleibt das Unternehmen relevant und im Gespräch, während Kund/innen neue Inhalte finden können, von denen sie zuerst vielleicht gar nichts wussten.

Zum anderen können User selbst die Macht übernehmen, indem sie Chatbots Aufträge erteilen. Die Chatbots “pullen” (also ziehen) die Information dann aus dem Internet und garantieren somit, dass Benutzer/innen dauerhaft Zugang zu Inhalten haben, die für sie selbst relevant und wichtig sind. 

 Unter Leadgenerierung versteht man den Kontakt mit potenziellen Kunden/innen, um diese für Unternehmen zu gewinnen. Messenger bietet sich dabei an, da man einfach und bequem Nachrichten und Einladungen versenden kann. Benutzer/innen sind auch eher dazu bereit, ihre Daten (zum Beispiel die E-Mail-Adresse) zu teilen, weil sie bereits Vertrauen in die App aufgebaut haben. In Formulare werden diese nicht immer sofort eingetragen. 

 Ein einfaches Beispiel ist das Erstellen eines Events. Sobald jemand die Teilnahme bestätigt, wird eine Anfrage geschickt, die das Event im Kalender einträgt. Darauf folgt dann eine automatisierte Nachricht vom Kundendienst, in der auf weitere Meetings und Besonderheiten hingewiesen wird. Somit werden die User schon beim Erwachen des Interesses bei der Hand genommen. 

 Kundendienst hat im Englischen zwei Bedeutungen: technischer Kundendienst (technical support) und Kundendienst per se (customer service). Beide profitieren von Messenger Marketing ungemein, da sie sich mit Chatbots automatisieren lassen. Das spart dem Unternehmen nicht nur Geld, das nicht für Angestellte ausgegeben werden muss, sondern auch noch Zeit. 

 Oft stellen sich Unternehmen schon bei der Planung der Marketing Strategie die Frage, ob Kundendienst via Chatbots nicht unpersönlich und unprofessionell ist. Im Gegenteil: User geben in Befragungen zu, dass sie keinen Unterschied darin sehen, ob sie mit Chatbots oder realen Menschen kommunizieren. Wichtig ist, dass die Anfrage schnell und zuverlässig gelöst wird, dass sie mit Respekt gehandhabt wird und dass eine Lösung gefunden wird. 

Expertentipp: 

Falls ihr auf der Suche nach Ideen für Chatbots seid, haben wir hier den richtigen Artikel für euch: Ideen für Chatbots.

 

4. Messenger Marketing Beispiele

Was früher ein integrierter Teil des Browsers war, ist nun auf Mobiltelefonen und Tablets nur mehr über die Messenger App verfügbar: der Facebook Messenger. Die App bietet mehr Features als der ehemalige Nachrichtendienst im Browser. So kann man Stories (ähnlich wie bei Snapchat, nur für 24 Stunden verfügbar) sehen und Gruppenchats erstellen. Das hat eine soziale Komponente zu dem Portal hinzugefügt, die anderen mobilen sozialen Netzwerken Konkurrenz macht.

Facebook Messenger bietet Features, die für Marketing unumgänglich sind, zum Beispiel die Messenger Ads. Damit bezeichnet man den Dienst von Facebook, der sich um die Werbung auf der Mobiltelefon-App kümmert. So können Unternehmen Werbungsinhalte erstellen, die dann in der Inbox möglicher interessierter Kunden/innen erscheinen. Wenn diese dann auf die Werbenachricht klicken, werden sie in einen Dialog mit dem Unternehmen verstrickt. Das führt zugleich zu Leads und Unternehmenswachstum. 

WhatsApp und andere Messenger sind im Gegensatz dazu etwas komplizierter. Obwohl WhatsApp offiziell zu Facebook gehört, sind die Datenschutzbestimmungen (DSGVO / Englisch: GDPR) bei diesem Messenger strenger und das bedeutet, dass keine Werbung angezeigt wird. Auf der anderen Seite haben Unternehmen allerdings die Chance, direkt mit der Kundschaft zu kommunizieren. Gerade bei Generation Z und Y ist WhatsApp sowieso jeden Tag in Verwendung und diese sehen es positiv, wenn Unternehmen den Messenger-Dienst für sich entdecken.

Beim Marketing müssen Unternehmen kreativ sein. So bietet sich die Möglichkeit, einen Dialog mit der Kundschaft zu kreieren, Stories zu teilen und Kampagnen über die Plattform zu bewerben. Beispielhaft war die Firma Hellmanns in Brasilien, die Besucher/innen der Webseite dazu einlud, ihre Telefonnummern und Daten zu speichern. Dadurch wurden sie dann per WhatsApp mit echten Köchen verbunden, die die besten Tipps und Tricks ihrer Karriere teilten. Die Kampagne war persönlich und innovativ und lockte verschiedenste Benutzer/innen an. Im Endeffekt verbrachten diese im Durchschnitt eine Stunde mit der Marke Hellmann’s, ohne dass diese dafür massenhaft Geld für Werbung ausgab. 


5. Fazit

 Messenger Marketing ist ein neuer Trend, der Unternehmen aus allen Branchen die Arbeit erleichtert. Wer sich für traditionelle Marketingkampagnen mit Hilfe von Werbung interessiert, kann sich bei Facebook Messenger zu Ideen inspirieren lassen. Wer sich jedoch lieber mutig mit alternativen Medien beschäftigen will, kann kreative Kampagnen via WhatsApp erstellen. Wichtig ist, dass der Kontakt zum Unternehmen persönlich bleibt. Mit dem richtigen Charme hat schon so manch ein Unternehmen großen Umsatz gemacht. 

Stephan Ilg


Stephan ist SEO-Enthusiast, Diplomjurist und Unternehmer.

Neben seiner Arbeit als Co-Founder des Startups Backpackertrail und SEO-Brain hinter Werbepresse ist er Dozent für E-Commerce sowie Medienrecht an der Hochschule Fresenius. Seine Arbeitssprachen sind Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch.

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