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Technical SEO

.htaccess-Datei für SEO

 August 23, 2021

By  Stephan Ilg

Error 404 – schon bist du genervt und verlässt die zuvor angeklickte Website. Denn du warst eigentlich an der Seite interessiert, sie scheint nun aber nicht mehr zu existieren. So geht es auch den Besuchern deiner Website, wenn sie auf Fehlerseiten stoßen. Aber nicht nur deine Besucher, sondern auch der Algorithmus ist unzufrieden mit dem Erscheinen einer Fehlerseite und berücksichtigt das bei der Bewertung deiner Website. Hier kommt die .htaccess-Datei ins Spiel. Alle Grundlagen der .htaccess-Datei und wie du die Unzufriedenheit von Besuchern und des Google Algorithmus verhindern kannst, erklären wir dir im folgenden Artikel.

1. Was ist die .htaccess-Datei?

.htaccess – kurz für Hypertext Access – ist eine der wichtigsten Ressourcen der technischen Suchmaschinenoptimierung. Denn sie unterstützt dich bei der Steuerung und Kontrolle deiner Website, indem sie Anweisungen direkt an den Server deiner Seite übergibt.

Im Grunde ist sie nur eine Textdatei, die im Stamm- oder einem Unterverzeichnis deiner Website abgelegt wird. Von dort aus konfiguriert sie mit den hinterlegten Einstellungen die Aspekte deiner Website, die unter das Verzeichnis fallen. Diese Einstellungen und Kommandos legst du im Vorhinein in der .htaccess-Datei fest. Daraufhin wird die Datei bei jeder Anfrage auf dieses Verzeichnis neu ausgewertet und vom Webserver ausgeführt.

Mit dem Webserver ist in diesem Fall der Apache Webserver gemeint. Es gibt zwar einige andere Server, welche die .htaccess-Datei auch zulassen. Jedoch findet die Steuerungsdatei vor allem beim Apache Server Unterstützung. Somit ist sie Teil der Apache-Serverkonfiguration, während andere Server einer anderen Steuerung unterliegen.

2. Was bewirkt die .htaccess-Datei?

Die .htaccess-Datei gilt als eines der wirksamsten Tools der technischen SEO-Optimierung. Denn mit ihr kannst du die Sichtbarkeit und Interaktion deiner Website mit dem Web verbessern, um so die Suchmaschinenoptimierung zu maximieren. Während dir die zentrale Konfigurationsdatei deiner Website „httpd.conf“ keine Möglichkeit bietet, sie zu bearbeiten, kannst du sie mithilfe der .htaccess Datei überschreiben und sie so indirekt bearbeiten.

Mit nur wenigen Zeilen in der Datei im txt-Format kannst du so unter anderem Fehlerseiten anlegen, Weiterleitungen einrichten, IP-Adressen blockieren, die URL optimieren... Und damit große Effekte erzielen.

3. Erstellung einer .htacces-Datei

Um eine .htacces-Datei anlegen zu können, musst du folgende Schritte ausführen:

1. Öffne deinen Texteditor

Da es sich bei der .htaccess-Datei um ein Textdokument handelt, kannst du sie mit einem einfachen Texteditor erstellen. Wichtig ist dabei jedoch, dass es sich bei dem Texteditor um einen Reintext Editor handeln muss. Beispiele hierfür sind Programme wie Notepad, Ultraedit oder Dreamweaver. Nutze auf keinen Fall Word, LibreOffice oder andere Textverarbeitungsprogramme. Diese ergänzen zusätzliche Formatierungen.

2. Inhalt einfügen

Nun geht es ans Eingemachte! Hier musst du nun die Änderungen und Einstellungen einfügen, welche die Konfigurationsdatei vornehmen soll. Wir geben dir am Ende des Artikels einige Beispiele, wie du die Hypertext-Access-Datei für dich nutzen kannst!

3. Benennung und Speicherung 

Ein sehr wichtiger Schritt beim Arbeiten mit der .htaccess-Datei!

Benenne die Datei als „.htaccess“ (ohne Anführungszeichen) und vergiss dabei auf keinen Fall den Punkt. Denn der Punkt kommt daher, dass die .htacces-Datei – wie viele andere Konfigurationsdateien – eine Punkt-Datei bzw. ein Hidden-File ist. Das heißt, sie wird nicht angezeigt. Dies dient der Übersichtlichkeit und verhindert, dass sie aus Versehen gelöscht wird.

4. Hochladen auf den Server

Nun muss die gerade benannte und gespeicherte Datei per FTP an dem für sie vorgesehen Ort hochgeladen werden. Dabei muss das Verzeichnis ausgewählt werden, über das sie verfügen soll. Üblich ist es, die .htaccess-Datei in das Root Verzeichnis der Website abzulegen. Somit können die Änderungen auf der ganzen Website ausgeführt werden. Möchtest du jedoch eine gezieltere Kontrolle über ein anderes Verzeichnis und dessen Unterverzeichnisse, so kannst du die Steuerungsdatei auch an dieser Stelle ablegen.

Expertentipp: 

Um Komplikationen und den Verlust der Datei zu vermeiden, solltest du zur Sicherheit ein Backup der .htaccess-Datei erstellen und dieses auf deinem Computer speichern! Dazu musst du sie einfach per FTP herunterladen.

Sind die .htacces-Datei und ihre Einstellungen einmal angelegt, so können diese nun bei jedem Zugriff vom Server erkannt und umgesetzt werden. Allerdings gibt es noch ein paar Dinge, die du wissen solltest und beim Anlegen einer .htaccess-Datei beachten musst:

  • Eine .htaccess-Datei wird von oben nach unten gelesen – daher solltest du beim Festlegen deiner Regeln dringend die Reihenfolge beachten, damit sie vom Server ausgeführt werden und effizient funktionieren können.
  • Tippfehler sind schwerwiegend! Denn ein einfacher Tippfehler kann dazu führen, dass deine Website nicht mehr funktioniert. Sei daher sehr achtsam, was die Formulierung deiner Regeln angeht.
  • Auch beim Hochladen können sich Fehler einschleichen. Achte deshalb darauf, dass dein FTP Client keine falschen Dateiendungen oder Ähnliches einfügt. Auch hier ist Wachsamkeit geboten!

Expertentipp: 

Unterschätze nicht die Tragweite der .htaccess-Datei. Sobald du die Einstellung einfügst, wird der Server sie beim nächsten Zugriff auswerten und ausführen. Teste nach dem Hochladen der Datei sofort, ob die Funktionsweise der Website gehemmt ist!


4. Anwendung bei der SEO-Optimierung 

Du weißt nun, wie du eine .htaccess-Datei erstellst und was sie bewirkt.

Möchtest du die Hypertext-Access-Datei zur SEO-Optimierung nutzen? Dann gilt es, dem Besucher sowie dem Crawler der Suchmaschine die Website so strukturiert und übersichtlich wie möglich erscheinen zu lassen.

Eine höhere Nutzerfreundlichkeit führt nicht nur zu mehr Besucherzufriedenheit, sondern stimmt auch den Algorithmus positiv. Zudem lässt eine .htaccess-Datei deine Website für den Crawler glaubwürdiger erscheinen, was deinem Ranking zugutekommt.

Damit allerdings tatsächliche SEO-Optimierung mit ihrer Hilfe stattfinden kann, möchten wir dir einige Anwendungsbeispiele der .htaccess-Datei vorstellen. Diese sind für die Suchmaschinenoptimierung besonders relevant. Es gibt jedoch unzählige Möglichkeiten, deine Website mittels der .htaccess Datei zu verbessern. Hier sind drei davon:

1. Weiterleitungen auf einzelne Seiten einrichten 

Weiterleitungen sind bei der SEO-Optimierung besonders relevant.

Bei jeder Änderung der URL-Struktur solltest du daher dringend auf die .htaccess-Datei zurückgreifen. Denn so verhinderst du, dass du durch Fehlerseiten und alte URLs an Reichweite verlierst.

Nehmen wir an, du möchtest z.B. einen Produktnamen und den damit einhergehenden Namen der Seite ändern. Ohne eine 301-Weiterleitung würde der Google Index deine Seite weiterhin unter der alten URL führen und 404 Error-Meldungen an die Seitenbesucher streuen. Damit die Seitenänderung SEO-freundlich durchgeführt werden kann, solltest du so vorgehen:

  • RewriteEngine on
  • Redirect 301/alteseite.html https://domain.de/alteseite.html

Vor allem bei kleinen Änderungen, die z.B. nur eine Seite betreffen, bietet sich diese Lösung an.

2. SEO-freundliche URLs erstellen 

Abgesehen davon, dass du die URL-Struktur deiner Website verbessern kannst, ist es auch möglich, die eigentliche URL deiner Website zu überarbeiten. Dabei kannst du Erweiterungen wie .php und .html mittels Überschreibung aus deiner URL streichen.

  • RewriteEngine on
  • RewriteCond % {REQUES_FILENAME} !-d
  • RewriteCond %
  • {REQUEST_FILENAME}.html -f
  • RewriteRule ^(.*)$ $1.html [NC,L]

Um das .php aus der URL zu streichen, muss das .html einfach durch das .php ersetzt werden.

3. IP-Adressen blockieren

Möchtest du einer oder mehreren IP-Adressen dauerhaft den Zugang zu deiner Website verwehren, kannst du sie bannen. Das kann sinnvoll sein, wenn du sie als Bots erkennst oder sie Spam-Kommentare hinterlassen. Vor allem um SEO-Spionage zu verhindern, kann es Sinn machen, einige IP-Adressen zu sperren:

  • order allow, deny
  • deny from IP Adresse hier einfügen
  • allow from all

Weitere Möglichkeiten zur Suchmaschinenoptimierung wären: 

  1. Die Verbesserung der Geschwindigkeit der Website
  2. Erstellen eigener 404-Fehlerseiten
  3. SEO- freundliches Umschreiben der URL
  4. Einrichten eines Passwort-Schutzes bei bestimmten Seiten der Website

5.  Fazit

Die .htaccess-Datei ist eine der wichtigsten und effektivsten Methoden der technischen Suchmaschinenoptimierung. Nur durch das Erstellen und Hochladen einer einfachen Textdatei können große Effekte erzielt werden, die die Performance deiner Website und die Zufriedenheit deiner Besucher stark verbessern können. Dabei sollte jedoch nicht ohne Bedacht gehandelt werden. Syntaxfehler können sich schnell einschleichen und großen Schaden anrichten, weshalb Vorsicht bei dem Umgang mit .htaccess geboten ist!

Gehst du allerdings sorgfältig bei der Erstellung und Überarbeitung vor, kann die .htaccess-Datei dich bei der Konfiguration deiner Website immens unterstützen. Außerdem kann sie dir sogar zu einem besseren Ranking verhelfen!

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Stephan Ilg


Stephan ist SEO-Enthusiast, Diplomjurist und Unternehmer. Neben seiner Arbeit als Co-Founder des Startups Backpackertrail und SEO-Brain hinter Werbepresse ist er Dozent für E-Commerce sowie Medienrecht an der Hochschule Fresenius. Seine Arbeitssprachen sind Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch.

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