.st0{fill:#FFFFFF;}

Social Media

Facebook Alternativen

 Juni 19, 2020

By  Stephan Ilg

Alternativen zu Facebook

Seit seiner Gründung im Jahr 2004 ist Facebook ein fixer Bestandteil der modernen Welt. Mit über 2,5 Milliarden Benutzer/innen im Monat und über 17 Milliarden Dollar Umsatz nur durch Werbung im ersten Quartal von 2020 ist es die mit Abstand größte Plattform der Social Media Plattformen. Die Konkurrenz hält sich scheinbar in Grenzen, da die Plattform nach wie vor neue User anlockt. Allerdings hat Facebook in der Zwischenzeit auch für negative Schlagzeilen gesorgt und Benutzer/innen sind mittlerweile auf der Suche nach Alternativen zu Facebook. 

Das Internet wird heute von den sozialen Medien regelrecht überlaufen, allerdings gibt es kaum Plattformen, die dieselben Features wie Facebook anbieten. Social Media Kanäle, wie zum Beispiel Twitter und Pinterest, unterscheiden sich von dem Giganten aufgrund ihrer Anwendung und die Suche nach neuen Plattformen kann sich als Herausforderung herausstellen. Wir haben uns die Mühe gemacht, die besten Facebook Alternativen für euch zu finden und zeigen euch in diesem Artikel, wo ihr euch sonst noch registrieren solltet. 

1. LinkedIn

LinkedIn ist eigentlich ein professionelles Netzwerk, das die Jobsuche erleichtern soll. Immer mehr Menschen melden sich aber bei der Plattform an, weil sie soziale Kontakte suchen. Diese können professioneller und privater Natur sein. Somit hat das Netzwerk von Microsoft fast 700 Millionen Benutzer/innen aus 200 Ländern und Territorien angelockt.

Die Idee von LinkedIn begann 2002 in Reid Hoffmans Wohnzimmer mit der Vision, ein Netzwerk für Gleichberechtigung zu kreieren. Auf LinkedIn sollte sich jeder/e kostenlos registrieren können, um am Arbeitsmarkt teilnehmen zu können. Damit wollte die Plattform sozialer Ungerechtigkeit schon bei der Gründung ein Ende bereiten. Heutzutage verwenden 87% aller Recruitingagenturen LinkedIn, um neue Talente für ihre Unternehmen zu finden. LinkedIn finanziert sich alleine durch das Verkaufen von Werbung, Recruiting und Premium Abonnements.

Überdies bietet die Plattform noch mehr Features, die sie zu einer Mischung aus allen anderen sozialen Netzwerken machen. Via Homepage bietet sich die Möglichkeit, Hashtags und Trends zu folgen, während man selbst Beiträge verfassen kann. Dazu kommen die Nachrichtenfunktion und das Feature, sich mit willkürlichen Leuten zu vernetzen. Im Endeffekt ist „vernetzen“ nur das neue Wort für Freundschaftsanfrage, wobei man diese noch in Gruppen einordnen kann. So hat man stets den Überblick über das, was andere posten und was man selbst geteilt hat. 

Sollte man eines Tages doch auf der Suche nach einem Job sein, ist der Lebenslauf mit LinkedIn schon erstellt und man kann ihn einfach auf gängige Jobseiten hochladen. Damit hat LinkedIn Facebook gegenüber klar einen Vorteil, weil es wertvolle Zeit spart. 

 

2. Diaspora*

Diaspora* gibt es schon so lange wie Facebook. Ursprünglich als Konkurrent für Facebook gedacht, hat sich die Plattform zu einem Open Source Abenteuer entwickelt. Der Titel der Plattform selbst hat einen geschichtlichen Hintergrund und bedeutet eigentlich Zerstreuung. Das macht sogar Sinn, wenn man bedenkt, welches Ziel die Plattform am Beginn verfolgt hat. Heutzutage bekräftigt die Plattform drei wichtige Punkte, die oft bei Facebook kritisiert werden: 

Dezentrierung. An der Stelle von einem oder mehreren großen Servern, die zentral verwaltet werden, setzt Diaspora* auf kleine und lokale Server, die von den Nutzer/innen selbst verwaltet werden. Man nennt diese „Pods“. Jeder/e kann im Endeffekt einen Pod hosten. Im Gegensatz zu Facebook hat man die freie Wahl, an welchem Standort, also bei welchem Pod man sich registrieren will. Dieses Feature erlaubt es, den Überblick über die eigenen Daten zu behalten. 

Freiheit. Bei Diaspora* muss nicht die echte Identität verwendet werden, um ein Konto erstellen zu können. Fragen nach der Telefonnummer gehören so der Vergangenheit an.

Privatsphäre. Eure Daten gehören euch und nicht anderen Unternehmen. Mit der Hilfe von Diaspora* Aspects könnt ihr einstellen, wer eure geteilten Inhalte sieht. 

Die Benutzung des Projekts mag anfänglich kompliziert erscheinen, aber mit dem Diaspora* Wiki wird man schnell zum Profi. Man muss keine Programmiersprache beherrschen, um die Plattform benutzen zu können. Zudem bedeutet die Verwendung von Diaspora* nicht, dass man den Zugang zu anderen Social Media verliert. Diaspora* erlaubt es nämlich, weiterhin auf anderen Portalen zu posten und Inhalte zu teilen. Somit müsst ihr eure Freundschaften auch nicht aufgeben. Wenn ihr also eure Daten selbst verwalten wollt, ist Diaspora* die beste Facebook Alternative. 

Expertentipp: 

Die Teilnahme an sozialen Medien ist für dich und dein Unternehmen sehr wichtig. Je nachdem, was für ein Netzwerk du aufbauen möchtest, kannst du zwischen den verschiedenen Plattformen wählen. 


3. EyeEm

Mit über 22 Millionen Usern ist EyeEm eines der aktivsten Netzwerke unter den Facebook- Alternativen. Die Idee kam 2010 von einem Start-up in Berlin und ist mittlerweile weltweit in Verwendung. Das Entwicklerteam erklärt auf der Plattform, dass EyeEm beim Planen einer Fotoausstellung vor der Berliner U-Bahn geboren wurde. Da wurde dem Team nämlich bewusst, wie es Künstler/innen in Zukunft unterstützen könnte: mit der eigenen Plattform, bei der der User und nicht die Werbung im Vordergrund steht. Durch seinen Fokus auf Fotografie und Kreativität wird die Plattform vor allem als Alternative zu Instagram verwendet, was sich inzwischen auch im Besitz von Facebook befindet. 

Die Funktionen bei EyeEm sind ähnlich wie die bei Instagram – Filter und Bearbeitungstools, um die Fotos auf den professionellen Markt vorzubereiten. Dazu ermöglicht es die Plattform jedoch, die eigenen Fotos mit einer Lizenz als Stockfotografie zu verkaufen. Damit unterscheidet sich EyeEm eindeutig von Instagram und Facebook, da es die Entscheidungsmacht den Konsumenten/innen überlässt. Da die EyeEm keine Werbung verwendet, finanziert sich die Plattform alleine durch die Arbeit ihrer Benutzer/innen. 

 

4. Sociall.io

Das Start-up Sociall wurde hauptsächlich dafür bekannt, dass es Benutzerdaten nicht an Drittanbieter verkauft. Gleich wie bei Diaspora* sind die Daten dezentralisiert und somit im Besitz der Benutzer/innen, allerdings werden sie nicht von verschiedenen Usern gehostet. Die Plattform will damit vor allem User ansprechen, die Facebook lieben, aber es hassen, wenn sie sich wieder einmal von Big Brother beobachtet fühlen. 

Ein Vorteil ist hier, dass die Benutzeroberfläche bei Sociall ähnlich wie die bei Facebook aussieht, was den Umstieg erleichtert. So kann man anderen Usern private Nachrichten schicken, auf deren Pinnwand posten und Events organisieren. Das Unternehmen sagt über sich selbst, dass es eine klare Mission hat: Social Media verändern und das geht nur, wenn Facebook endlich von seinem Thron gestürzt wird. 


5. WeChat 

Da Facebook, Twitter und co. in China verboten sind, hat sich dort eine große Alternative herauskristallisiert: WeChat. Das soziale Medium gehört zu Tencent, das im vergangenen Jahr mehrere Millionen Dollar Umsatz hatte. WeChat kann im Grunde alles und ist eine Mischung aus Facebook, Twitter, Tinder, Google News und Pinterest. Aufgrund der hohen Betrugsrate in China hat WeChat mittlerweile zudem eine Bankfunktion, mit der wie mit Apple Pay problemlos bezahlt werden kann. Damit kann die App sogar mehr als Facebook.  

Von den westlichen Medien wird WeChat oft als das chinesische Facebook bezeichnet, allerdings ist die App längst außerhalb von China in Verwendung. Internationale Unternehmen und Privatpersonen zugleich verwenden die App, um sich über Nachrichten zu informieren und mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Dazu muss man übrigens nicht Mandarin sprechen können. 

Da die Plattform zu Tencent gehört, findet man auf ihr leider Werbung. Für User, die gar keine Werbung sehen wollen, ist WeChat deswegen ungeeignet. Wer aber nur auf der Suche nach einer Facebook Alternative ist, die sich nicht im Besitz von Mark Zuckerberg und Facebook befindet, sollte WeChat auf jeden Fall ausprobieren. 


6. Ello

Ello nennt sich selbst das Creators Network und hat sich seit 2014 als Datenbank für Künstler/innen etabliert. Das Layout der Plattform orientiert sich an dem System von Pinterest: Beiträge im rechteckigen Format, die auf der Nutzerseite gesammelt werden. Das macht das Netzwerk vor allem bei Fotografen und Fotoliebhaber/innen beliebt.  

Seit der Gründung hat sich die Plattform dafür eingesetzt, dass keine personalisierte Werbung aufscheint. Das bedeutet, dass Ello keine Daten von anderen Webseiten benutzt, die man vorher besucht hat. Cookies und Crawler gehören somit der Vergangenheit an. Zudem wird man auch auf Ello nicht dazu gezwungen, den richtigen Namen zu verwenden.  


7. Vero 

Vero wurde über Nacht weltweit bekannt, als der Facebook Analytica Skandal in die Medien kam. Seither hat die Plattform über 3 Millionen Benutzer/innen und wächst weiterhin. Vero wird momentan nur als Android und iOS-App angeboten und will bald auf ein Abonnement-System umsteigen. Noch kann man die App also kostenlos nutzen. Im Vergleich zu anderen Facebook- Alternativen hat Vero jedoch keine strikten Vorgaben, wenn es um private Daten geht. So ist Werbung weiterhin vorhanden, während es mehr Funktionen gibt, um die eigenen Daten zu verwalten. 

Besonders an Vero ist der Feed. Dieser wird nicht von einem Algorithmus beeinflusst und Postings werden in der Reihenfolge angezeigt, in der sie erstellt wurden. Wer also keine Lust darauf hat, dass Postings von Freunden und Familie verpasst werden, weil Facebook gerade persönliche Werbung anzeigt, ist bei Vero an der richtigen Stelle. Zudem kann auch bei Vero wie bei Facebook festgelegt werden, wer genau die eigenen Beiträge sehen kann. Der einzige Kritikpunkt ist hier, dass eine Telefonnummer benötigt wird, um das Profil erstellen zu können.  


8. Fazit

 Die Fülle an Facebook Alternativen zeigt, dass man nicht unbedingt bei Facebook registriert sein muss, um an den sozialen Medien teilnehmen zu können. Seid ihr auf der Suche nach einem professionellen Netzwerk, das euch noch bei der Suche von Angestellten oder Jobs helfen kann? Dann LinkedIn. Sucht ihr eher eine alternative Methode, eure Daten zu verwalten? Dann Diaspora*. Oder wollt ihr am Ende im Kontakt mit internationalen Bekanntschaften bleiben oder solche machen? WeChat ist euer Ansprechpartner. Wer auf der Suche nach neuen Plattformen und Ideen ist, wird hier in unserem Artikel mit Sicherheit fündig. 

Stephan Ilg


Stephan ist SEO-Enthusiast, Diplomjurist und Unternehmer.

Neben seiner Arbeit als Co-Founder des Startups Backpackertrail und SEO-Brain hinter Werbepresse ist er Dozent für E-Commerce sowie Medienrecht an der Hochschule Fresenius. Seine Arbeitssprachen sind Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch.

Kommentar schreiben

Your email address will not be published. Required fields are marked

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}