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Social Media

7 erfolgreiche Social Media Kampagnen

 Juni 19, 2020

By  Stephan Ilg

7 erfolgreiche Social Media Kampagnen – und was du von ihnen lernen kannst

Wir benutzen sie täglich, am PC, am Tablet und am Mobiltelefon – die sozialen Netzwerke. Manche von uns haben zehn Konten, die sie gleichzeitig verwenden, andere haben nur ein Konto, dem sie schon seit Jahren treu sind. Der Einfluss von Social Media ist überall zu sehen, nicht zuletzt in der Erstellung von Werbung, die uns auf Schritt und Tritt im Internet zu verfolgen scheint. 

Was aber macht eine gute Social Media Kampagne aus? Welches Unternehmen hat sich besonders kreativ mit seinem Medium befasst und war damit erfolgreich? Lest weiter für unsere 7 erfolgreichen Social Media Kampagnen – und was ihr von ihnen lernen könnt. 

1. Bahlsen und Facebook

 Der deutsche Kekshersteller Bahlsen überlegte sich 2014 eine neue Kampagne für Facebook. Dafür verwendete das Unternehmen die Facebook App und teilte Bilder mit dem Slogan „Life is sweet“. Das Ziel war, eine Verbindung zwischen Bahlsen und dem Glück der Konsument/innen herzustellen, damit diese das Unternehmen in Zukunft positiv in Erinnerung haben würden. Bahlsen sollte als Teil des „echten“ Lebens gesehen werden. 

 Via Facebook konnte Bahlsen die Kampagne so steuern, dass genau die Zielgruppe die Werbung sehen würde: Benutzer/innen zwischen 25 und 49 Jahren, die besonders an einer Work-Life-Balance interessiert sein würden. Bahlsen vermarktete seine neuen Produktlinien – Bahlsen Life, Be Happy und Cookies – mit den Stichworten „Stärken“, „Chillen“, „Chatten“ und „Leben“. 

 Das Resultat war, dass Bahlsen mit nur 6% seines Budgets 37% seiner Zielgruppe erreichte. 6,9 Millionen User wurden über soziale Medien erreicht und das Unternehmen gibt an, dass 21% der Interessierten sogar nur über Facebook erreicht wurden.

Dieses Ergebnis zeigt einen Kontrast zwischen herkömmlichen Werbestrategien (zum Beispiel Werbeschildern) und den sozialen Medien. Das Ziel der Kampagne wurde durch das Medium Facebook eindeutig beeinflusst und beweist, dass die Wahl des Kanals die erste Entscheidung sein sollte. 

Expertentipp: 

 Social Media erreicht mehr Zielgruppen.


2. Mercedes und YouTube

In dem Marketingvideo von Mercedes leistete ein „unsichtbares“ Auto Pionierarbeit. Der Hersteller wollte auf ein besonderes Feature des neuen Modells hinweisen: die Brennstoffzellen-Technologie. Die Unsichtbarkeit des Fahrzeuges sollte deutlich machen, wie umweltfreundlich die Technologie sei und welchen Einfluss Menschen mit dem neuen Modell auf die Welt haben würden. Das Fahrzeug wurde von Passanten als „unsichtbar“ gesehen, weil es mit LED-Lampen bedeckt war und fuhr mehrere Wochen durch die Straßen von Hamburg. 

Die Werbung wurde mehrere Millionen Male auf YouTube angeklickt und tausendfach kommentiert. Dadurch erreichte Mercedes nicht nur Menschen, die sowieso am Kauf eines neuen Fahrzeuges interessiert waren, sondern auch solche, die in Zukunft eines kaufen würden.

Durch die Einschaltung auf YouTube ließen sich verschiedene Altersgruppen und Demografien beeinflussen, die zuvor eine andere Meinung von Mercedes hatten. Der Fokus auf Umweltfreundlichkeit traf zudem genau auf den neuesten Trend. Mercedes legte also den Grundstein für zukünftige Verkäufe.

Expertentipp: 

Arbeit in der Gegenwart bedeutet Erfolg für die Zukunft. 

 

3. Nescafé und Instagram

Zwischen Juli und August 2018 entschied sich Nescafé dazu, ein Social Media Portal für seine neue Kampagne zu testen. Die Wahl fiel auf Instagram (und unterstützend Facebook), wo Videos des neuen Produkts, „Nescafé Azera“, gezeigt wurden. Diese wurden jeweils an den Feed der Plattformen angepasst, um das Produkt perfekt in den Mittelpunkt der Webseite oder App zu stellen. 

Die Ergebnisse zeigten, dass das Einschalten des Produkts in den Stories der beiden Seiten größeren Einfluss auf die Konsument/innen hatte, obwohl die Werbung in den Stories deutlich weniger gesehen wurde. Die Benutzer/innen empfanden die Werbung in ihren Stories als persönlicher und bauten eine positive Beziehung zu dem neuen Produkt auf. 

Die Kampagne brachte Nescafé an die 400.000 Interessierte, die sonst nicht mit der Marke interagiert hätten. Für Nescafé war die Werbung allerdings vor allem ein Versuch, um herauszufinden, wie User genau mit den sozialen Medien agieren.

So haben User herkömmliche Werbungen im Internet (typischerweise Banner auf Webseiten oder Einschaltungen auf YouTube) satt, während sie neuen Ideen definitiv offen gegenüberstehen. Ein gelungenes Experiment. 

Expertentipp: 

Social Media Werbung > Traditionelle Werbung


4. Snickers und Twitter

Für die Marketingkampagne von Snickers baute Mars eine gemeinsame Werbestrategie mit 7/11, der Supermarktkette, in Australien auf. Die Idee war, dass die negativen Emotionen der User auf Twitter den Preis der Snickersriegel in den Regalen beeinflussen und in die Tiefe treiben würden.

So erstellte Mars den „Hungerithm“ (eine Anspielung auf Algorithmus), der diese menschlichen Emotionen bewerten und an die 7/11 Märkte weiterleiten würde. Es dauerte nicht lange, bis Fernsehsender von der Kampagne wussten und diese in ihre Programme einbanden: „Australia, let’s get angry.“ (Australien, lasst uns aggressiv werden.)

Der Hungerithm basierte auf einem Lexikon des MIT und analysierte an die 14.000 Postings auf Twitter am Tag. Er war so konzipiert, dass er den australischen Slang verstehen würde, damit dieser in die Bewertungen miteinfließen konnte. So fiel und stieg der Preis der Snickers mehrfach am Tag.

Jede große Veränderung hatte generell eine Entwicklung in den Medien als Ursprung und konnte auf Twitter verfolgt werden. Das Ganze ging sogar so weit, dass User dem Hashtag auf Twitter folgten, um dauerhaft über das Geschehen in der Welt informiert zu werden. 

Für Mars brachte die Kampagne einen gigantischen Erfolg. Durch die Teilung der Werbung und das Folgen des Hashtags verrechnete das Unternehmen eine Erhöhung von unglaublichen 67% im Verkauf. Dazu stieg der Webseitenverkehr um 1740% (ja, Tausend!). Die Kampagne brachte der Marke nationalen Erfolg in Australien und gewann 2017 den Cannes Lions Festival Preis. 

Expertentipp: 

Gewinn ist nicht immer gleich Erfolg.

 

5. Starbucks und Instagram

Für genau 5 Tage war der legendäre „Unicorn Frappuccino“ bei Starbucks erhältlich. Er sah aus wie ein giftige Mischung aus lila und blau, die sich von süß zu sauer entwickelte und den Geschmacksknospen einen richtigen Kick gab. Die Bewertungen online waren schauderhaft, aber trotzdem gelang es dem Einhorngetränk binnen Stunden, „viral“ zu werden.

Starbucks war sich der Katastrophe, die das Produkt eigentlich war, bewusst, kapitalisierte jedoch den neuesten Trend des „FOMO“ (Fear Of Missing Out – Die Angst, etwas zu verpassen). Dazu kam der Wahn, Fotos von besonderen Nahrungsmitteln im Internet zu teilen, wo sich inzwischen ganze Gruppen dem „Foodporn“ gewidmet hatten. So wurde ein grauenhaftes Produkt zu einem der am meisten fotografierten Getränke in der Welt. 

Expertentipp: 

Oft zählt nur das Aussehen. Dem Ästhetischen kommt eine besondere Rolle zu.


 

6. Urban Decay und Pinterest

Coachella ist ein Musik- und Kunstfestival, das jährlich in Kalifornien stattfindet. Berühmt ist das Festival allerdings weniger wegen der Musik, die gespielt wird, sondern wegen der skurrilen Leute, die sich dort tummeln. Bunte Farben und extreme Kleidung spielen eine große Rolle.

So entschied sich die Make-up-Marke Urban Decay eine Kampagne mit Coachella ins Leben zu rufen. Die Teilnehmenden sollten sich auf Pinterest anmelden, Fotos von sich selbst mit farbenfrohem Make-up machen und diese auf einer Pinnwand auf Pinterest sammeln. Gleichzeitig vermarktete Urban Decay sein neues Make-up, das den Coachella-Look erzielen sollte. 

Die Kampagne war erfolgreich für die Marke, weil sie Konsument/innen zum Handeln aufforderte. Die besten Fotos konnten Preise gewinnen und das Teilen der Fotos führte zu mehr Publicity für das Unternehmen. Plötzlich war Pinterest voller bunter Fotos, die Vorfreude auf das Festival machten. Coachella profitierte im Endeffekt von ausverkauften Tickets.

Expertentipp: 

Die Menschen möchten miteinander agieren können. 


7. Cisco und Snapchat

Cisco, die Telekommunikationsfirma, dachte sich für die Aufwertung seiner Branche eine geniale Kampagne aus. Durch Stories auf Snapchat sollte der Beruf des Angestellten in Großfirmen aufgebessert werden. Die Serie nannte sich „Tag im Leben von Account-Managern“ und zeigte die Arbeit von Kundenbetreuern. Dadurch sollte der „langweilige“ Alltag zu einem interessanten und oft humorvollen Abenteuer werden, das Menschen allen Alters begeistern würde.

Cisco bietet definitiv keine Nischenprodukte an und wird in den meisten Callcentern in Europa verwendet. Dennoch haben die Berufsklassen, die die Software verwenden, immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen. Das machte die Arbeit für die Snapchat Kampagne umso einfacher, da sie ein Alltagsbild vermittelte, das so noch nicht existierte. Die Kampagne war frisch und interessant und benutzte eine Social Media Plattform, die noch nicht oft in Verwendung gewesen war.

Das Unternehmen beschreibt die Idee als eine Möglichkeit, sich als Mitarbeiter an der Stelle von Vermarktern zu präsentieren. Teamgeist steht im Vordergrund, Geldmittel im Hintergrund. Die sozialen Medien haben genau das für viele Unternehmen ermöglicht: Sie nutzen Strategien, die Menschen das Gefühl geben, dazuzugehören. Sie sind persönlich und spiegeln das reale Leben wider. Vorbei sind Kampagnen, die langweilige Produkte zeigen. Heute geht es um Menschen und was diese aus ihrem Leben machen. Snapchat war die ideale Plattform, um den Spaß zu teilen.

Expertentipp: 

 Jedes Unternehmen kann den Spaßfaktor für den Erfolg ausnutzen.


8. Fazit 

Social Media Kampagnen geben der Fantasie alle Freiheiten. Je kreativer, desto besser. Je bunter, desto besser. Unsere 7 Social Media Kampagnen haben gezeigt, welche Ideen Unternehmen zum Erfolg geführt haben und was ihr selbst für euer Unternehmen davon lernen könnt. Es gibt einen neuen Trend, den ihr in eure Strategie einbinden wollt? Super! Ihr habt etwas gefunden, das noch niemand versucht hat? Noch besser. Eurem Erfolg steht nichts mehr im Weg. 

Stephan Ilg


Stephan ist SEO-Enthusiast, Diplomjurist und Unternehmer.

Neben seiner Arbeit als Co-Founder des Startups Backpackertrail und SEO-Brain hinter Werbepresse ist er Dozent für E-Commerce sowie Medienrecht an der Hochschule Fresenius. Seine Arbeitssprachen sind Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch.

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